<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>

<channel>
	<title>Anmerkungen und Betrachtungen</title>
	<atom:link href="http://arminia.wordpress.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://arminia.wordpress.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 18 Nov 2010 17:13:55 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.com/</generator>
<cloud domain='arminia.wordpress.com' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
<image>
		<url>http://s2.wp.com/i/buttonw-com.png</url>
		<title>Anmerkungen und Betrachtungen</title>
		<link>http://arminia.wordpress.com</link>
	</image>
	<atom:link rel="search" type="application/opensearchdescription+xml" href="http://arminia.wordpress.com/osd.xml" title="Anmerkungen und Betrachtungen" />
	<atom:link rel='hub' href='http://arminia.wordpress.com/?pushpress=hub'/>
		<item>
		<title>Enterbt wegen 2 Erdbeeren</title>
		<link>http://arminia.wordpress.com/2010/11/18/enterbt-wegen-2-erdbeeren/</link>
		<comments>http://arminia.wordpress.com/2010/11/18/enterbt-wegen-2-erdbeeren/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 17:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arminia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://arminia.wordpress.com/?p=121</guid>
		<description><![CDATA[Ich war 14 Jahre alt und es war Sonntag. Das Mittagessen war mal wieder knapp ausgefallen. Meine Eltern lebten streng vegetarisch.  Ich freute mich auf den Nachtisch, denn ich hatte gesehen, dass eine Schüssel mit Erdbeeren in der Küche stand. Aber zu meiner großen Enttäuschung gab es keinen Nachtisch. Meine Eltern wollten nämlich meine Großmutter Martha [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arminia.wordpress.com&amp;blog=1411708&amp;post=121&amp;subd=arminia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war 14 Jahre alt und es war Sonntag. Das Mittagessen war mal wieder knapp ausgefallen. Meine Eltern lebten streng vegetarisch.  Ich freute mich auf den Nachtisch, denn ich hatte gesehen, dass eine Schüssel mit Erdbeeren in der Küche stand. Aber zu meiner großen Enttäuschung gab es keinen Nachtisch. Meine Eltern wollten nämlich meine Großmutter Martha besuchen. Meine Großmutter lebte eine Stunde Autofahrt entfernt und wurde von meinen Eltern und mir ein bis zweimal im Monat &#8211; meist am Sonntag &#8211; besucht.  Meine Mutter hatte keine Blumen für den Besuch besorgt, also hatte sie beschlossen, Großmutter Martha die Erdbeeren mitzubringen. Dass ihre Tochter sich auf ein paar Erdbeeren als Nachtisch gefreut hatte, spielte keine Rolle.</p>
<p>Bei der Großmutter angekommen, stellte Oma Martha die Erdbeeren nicht etwa auf den Tisch im Wohnzimmer &#8211; nein, sie stellte die Erdbeeren in den Kühlschrank. Vermutlich wollte sie die Erdbeeren nach unserem Besuch allein essen. Meine Eltern und meine Großmutter saßen im Wohnzimmer und unterhielten sich. Ich stellte Überlegungen über den Verbleib &#8222;unserer&#8220; Erdbeeren an. Vermutlich würde ich von diesen Erdbeeren keine einzige mehr zu sehen bekommen. Und richtig, es gab dünnen Kaffee, der sein Aroma vor langer Zeit verloren hatte. Dazu gab es für jeden abgezählt 3 trockene kleine Kekse, die ich gierig verschlang. Diese trockenen Kekse kannte ich, die hatte Oma Martha immer in einer Dose &#8222;für Besuch&#8220;, wie sie sich ausdrückte. Ich wartete auf die Erdbeeren. Sie wurden nicht aus der Küche geholt. Vermutlich wollte Großmutter Martha sie wirklich ganz allein nach unserem Besuch essen. Ich schlich mich in die Küche, stibitzte zwei Erdbeeren aus dem Kühlschrank und steckte sie mir in den Mund.  Ein Geräusch an der Tür ließ mich zusammenfahren. Dort stand Großmutter Martha mit wutverzerrtem Gesicht. Was mir einfallen würde, schrie sie mich an. Hätte sie nicht eine leere Kaffeekanne in der Hand gehabt, hätte sie nach mir geschlagen, da war ich mir ganz sicher.</p>
<p>Ich flüchtete zu meinen Eltern, die im Wohnzimmer stocksteif auf dem Sofa saßen und mich vorwurfsvoll anstarrten.  Wir hörten die Oma in der Küche herumpoltern. &#8222;Das verdammte Aas&#8220; pöbelte sie laut. Damit meinte sie mich. Ich war also ein &#8222;verdammtes Aas&#8220;. Warum boten meine Eltern dem keinen Einhalt? Warum beschützten sie ihre Tochter nicht? Warum ließen sie ohne ein Wort zu, dass ich so angepöbelt wurde? Nein, meine Eltern waren nur wütend auf mich. In der Küche knallte Oma Martha mit irgendwelchen Gegenständen herum und redete vor sich hin. Ich flüchtete auf den Balkon. Ich dachte, wenn ich jetzt hier herunter springe, würden alle ein schlechtes Gewissen haben bis an ihr Lebensende. Aber eine solche Großmutter und solche Eltern waren es nicht wert, dass ich mir etwas antat. Ich reckte das Kinn vor und beschloß, mich nie und nimmer zu entschuldigen. Niemals.</p>
<p>Der Rest des Besuchs verlief von meiner Seite aus schweigend. Zum Abschied gab mir meine Großmutter nicht einmal die Hand. Auf der Heimfahrt im Auto schimpfte meine Mutter mit mir, ich hätte mich falsch verhalten. Ich hätte mich gefälligst zerknirscht entschuldigen müssen. Aber meine Mutter schimpfte auch auf meine Großmutter. Auf den Kaffee: &#8222;Monate alt und ranzig&#8220;, auf die Kekse: &#8222;eine Zumutung&#8220; und darauf, dass es die mitgebrachten Erdbeeren nicht zum Kaffee gab.  Mein Vater meinte nur achselzuckend, dass seine Mutter eben so sei.</p>
<p>Ein paar Wochen später hatte ich in den großen Sommerferien Geburtstag. Wir waren wie jedes Jahr nach Sylt verreist. Mein Geburtstag wurde grundsätzlich nie gefeiert. Es gab auch fast keine Geschenke. Wie immer. Ich durfte mir jedoch am Nachmittag in einem Café einen großen Eisbecher bestellen. Das war der Höhepunkt des Tages. Ich bekam auch keine Geburtstagspost. Und keinen Anruf. Meine Großmutter hatte mir in den vergangenen Jahren immer eine Geburtstagskarte geschrieben oder angerufen. Dieses Jahr nicht. Das &#8222;verdammte Aas&#8220;  hatte es wohl nicht verdient. Ich wartete noch bis zum späten Abend auf einen Anruf, aber es kam keiner.</p>
<p>Ein paar Wochen später &#8211; wir waren aus dem Urlaub zurück &#8211; hatte Oma Martha Geburtstag. Wir fuhren mit Geschenken bepackt zu ihr. An der Tür wurden meine Eltern von ihr händeschüttelnd begrüßt. Nur ich wurde nicht begrüßt. Sie schien mich gar nicht gesehen zu haben und wenn ich nicht aufgepasst hätte, hätte sie mir die Tür vor der Nase zugeknallt. Ich konnte mich mit einem großen Schritt in den Flur retten. Da drehte sich Großmutter Martha zu mir um und funkelte mich an: &#8222;Na, willst du dich endlich bei mir entschuldigen?!&#8220; Entschuldigen? Nein, so nicht. Ich starrte sie nur an. Sie drehte sich um und stolzierte ins Wohnzimmer. Wir hinterher. Während der gesamten nächsten Stunden wurde mit mir kein einziges Wort mehr geredet. Ich existierte nicht. Meine Eltern schienen das nicht zu bemerken oder nicht bemerken zu wollen. Sie hörten auch weg, als meine Großmutter einmal in die Küche ging und dort halblaut redete. Mit sich selbst. Und was? Sie schimpfte. Wieso und warum? Sie schimpfte auf &#8222;das verdammte Aas&#8220;, was sich nicht entschuldigen wollte.  Ich war zutiefst verletzt. Ich war kein &#8222;Aas&#8220;, ich war die Enkeltochter. Ein Mensch. Meine Eltern hörten weg. Sie sagten auch auf der Heimfahrt und zu Hause kein Wort dazu.  Wie konnten sie es zulassen, dass ihr einziges Kind, ihre Tochter so beschimpft und angepöbelt wurde? Warum wiesen sie Martha nicht zurecht?</p>
<p>Ich war unglücklich. Ich hatte doch nur noch diese eine Großmutter. Die Mutter meiner Mutter war schon tot. Großväter gab es nicht. Der Vater meiner Mutter war vor Jahrzehnten eines Tages einfach verschwunden. Der Mann von Großmutter Martha, Opa Paul, war  vor ein paar Jahren gestorben. An Altersschwäche, wie mir erzählt wurde. Das war zwar eine Lüge, aber ich wusste es nicht besser. Zu anderen Familienmitgliedern hatten meine Eltern mehr oder minder den Kontakt vollkommen abgebrochen.  Als ich selbst längst erwachsen war, erfuhr ich, woran Opa Paul wirklich gestorben war. Er hatte sich aufgehängt. Selbstmord. Vorgeblich wegen starker Rückenschmerzen. Vermutlich war das aber nur ein vorgeschobener Grund. Die Ehe meiner Großeltern war von heftigen Wutausbrüchen, Zorn, Bock und Beleidigtsein geprägt. Eine Art Hölle auf Erden. Opa Paul war dem entflohen. &#8222;Man&#8220; ließ sich zu der Zeit nicht so schnell scheiden wie heute. &#8222;Man&#8220; hielt eisern durch. Oder auch nicht.</p>
<p>Das Verhältnis von meiner Großmutter zu mir hat sich von der Sache mit den 2 Erdbeeren nicht mehr erholt. Drei Jahre später starb sie, ohne dass sie je wieder ein freundliches oder herzliches Wort mit mir gewechselt hatte. In ihrem Testament hat sie mich ausdrücklich erwähnt.. und enterbt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arminia.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arminia.wordpress.com/121/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arminia.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arminia.wordpress.com/121/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arminia.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arminia.wordpress.com/121/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arminia.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arminia.wordpress.com/121/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arminia.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arminia.wordpress.com/121/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arminia.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arminia.wordpress.com/121/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arminia.wordpress.com/121/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arminia.wordpress.com/121/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arminia.wordpress.com&amp;blog=1411708&amp;post=121&amp;subd=arminia&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://arminia.wordpress.com/2010/11/18/enterbt-wegen-2-erdbeeren/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">arminia</media:title>
		</media:content>
	</item>
	</channel>
</rss>
